Die AG Foto hat als Projektteam im Februar 2017 ihre Arbeit aufgenommen. Der erste Arbeitsschritt war die Erstellung einer ausführlichen Konzeption einschließlich der organisatorischen Abläufe und der technischen Standards für digitalisierte Archive. Bestandteil der Konzeption war die inhaltliche Abstimmung mit dem Kreisarchiv Esslingen und der Erfahrungsaustausch mit Archiven der Umgebung, die bereits in der Anwendung von Foto-Archiven sind.

 

Allgemeines zur Zielsetzung und zur Arbeit der AG Foto (Stichworte)

 

·           Die AG Foto kümmert sich vorrangig um Personenbilder mit einem Bezug zu Denkendorf. Schwerpunkt der Arbeit ist die Identifikation von Personen auf alten Fotos. Erst hierdurch werden die historischen Aufnahmen „werthaltig“.

 

·           Ziel ist ein aus den Excel-Dateien generierter Katalog, der aus einem Sach-Index und einem Personen-Index besteht. Die Kataloge sollen nach jetziger Vorstellung z.B. beim Gemeindearchiv Denkendorf, bei der Ortsbücherei, beim Heimatmuseum und im Kreis­archiv Esslingen zur Einsicht und Benutzung ausliegen.

 

·           Die technische Aufbereitung und Organisation orientiert sich an Vorgaben des Kreisarchivs Esslingen einschließlich der dort verwendeten Standardsoftware (Excel), so dass später eine Bestands-Eingliederung erfolgen kann und auch die Programm-Sicherheit garantiert ist.

 

·           Die Originalfotos/Bilder sind nicht Gegenstand des Projektes. Die Verarbeitung geschieht mittels digitalisierter Ablichtungen. Originalfotos stehen körperlich im Gemeindearchiv Denkendorf bzw. werden den Einreichern zurückgegeben.

 

·           Eine Nutzbarmachung für die Öffentlichkeit ist nach noch zu definierenden Vorgaben und entsprechend den Zielsetzungen zu gewährleisten. Auskünfte können aus diesen Beständen an Dritte erteilt werden.

 

·           Aus jetziger Sicht liegen die Schwerpunkte bei Jahrgangs- und Familienbildern.

 

Anmerkungen:

 

Grundsätzliche Probleme

 

Einzelaufnahmen von Personen sind auf „Personen öffentlichen Interesses“ beschränkt (Beispiele: Bürgermeister, Gemeinderat, Unternehmer, Lehrer, Pfarrer, bekannte Personen aus dem Pietismus wie „Stundenrösle“, „Schneiderhannes“, „Nähbäbele“, auch Personen des dörflichen Lebens wie Vereinsvorstände oder besonders bekannte Persönlichkeiten).[IA1] 

 

Teilweise sind die Aufnahmen so alt, dass die abgebildeten Personen nicht mehr leben und auch die Folgegeneration für eine Identifikation nicht mehr zahlreich zur Verfügung steht. Viele Denkendorfer Einwohner können nicht (mehr) erkannt werden, obwohl wir nichts unversucht lassen.

 

Die Personenangaben basieren auf Befragungen, wobei wir – sofern anhand vorhan­dener Daten möglich – Plausibilitätskontrollen (z.B. Personendaten aus dem OFBD) durchführen. In Zweifelsfällen werden weitere „Sachverständige“ befragt. Wir sind uns der „Lücken“ bewusst. Neben Zeitzeugen und Familienangehörigen sind das Ortsfamilien­buch Denkendorf, alte Adressbücher und der bis 1922 zurückgreifende Denkendorfer Gemeinde­anzeiger wichtige Informationsquellen für Nach­forschungen.

 

Ein großes Problem ist auch der Zeitpunkt, zu dem eine Aufnahme gemacht wurde. Bei Jahrgangsfotos wird dies augenscheinlich, erkennen wir doch den Erstklässler eines Jahrgangs  mit seinen sechs Jahren nicht auch zwangsläufig als Gemusterten mit 20 Jahren und schon gar nicht als Erwachsenen bei einer 60er- oder 70-er-Feier. Vielleicht verarbeitet man die sich verändernde Physiognomie einer Person als naher Verwandter besser, jedoch war dies bisher nicht der Regelfall. Häufig (er)kannten die Enkel ihre Großeltern (in Jugendjahren) nicht.

 

Bei angeheirateten Frauen in den jüngeren Jahrgängen konnte, insbesondere bei auswärtigem Wohnort, häufig der Geburtsname nicht festgestellt werden.[1] Im Personenregister erfolgt in diesen Fällen der Nachweis über den Familiennamen mit einem entsprechenden Hinweis.

 

Jahrgangsbilder (DJG)

 

Die Jahrgangsbilder beginnen mit dem Jahrgang 1867 und enden mit dem Jahr 1974.

 

Ab ca. dem Jahrgang 1954 gibt es noch „Klassentreffen“, aber keine gewachsenen Jahrgänge mehr.[2] Ausnahmen sind die Jahrgänge, die sich später auf Initiative Einzelner bzw. von Freundes­kreisen zusammenfanden.

 

Eine Untergliederung der vorhandenen Jahrgangsbilder erfolgte nach Kindergarten, Schule, Kommunion/Konfirmation, Musterung und dann den „runden“ Jahrgangsfeiern. Insgesamt handelt es sich um ca. 310 Aufnahmen, davon tauchten 1/3 nach einem Aufruf im Gemeinde­anzeiger aus Privatbesitz neu auf.

 

Für die alten Jahrgänge sind Schulfotos, Konfirmationen und die Abbildungen der Rekruten­vereine symptomatisch. Mit den Jahrgängen um 1900 wurden dann die Feiern zu „runden“ Geburtstagen üblich. Für die Kriegs-Jahrgänge 1915/16 und 1916/17 gab es gemeinsame Veranstaltungen. Der Jahrgang 1917/18 ist leider nicht dokumentiert (nach Zeitzeugen gab es tatsächlich keine „offiziellen“ Feiern).

 

Die Jahrgangsbilder enden mit der 40er-Feier des Jahrgangs 1973/74.

 

Familienbilder (DFM)

 

Die AG Foto versteht unter „Familienfotos“ die Gesamtheit der einer Familie zuordenbaren Bilder. Eine Familie beginnt mit der Hochzeit eines Paares und endet für deren Kinder mit der eigenen Hochzeit. Bis zu diesem Termin „firmieren“ die Kinder unter dem Ordnungs-Kennzeichen der Eltern. Dieses Ordnungs-Kennzeichen besteht immer aus den Nachnamen der Brautleute, beginnend mit dem Männernamen, nach einem Bindestrich gefolgt vom Geburtsnamen der Ehefrau (z.B. Steimer-Nürk) und ergänzt durch das Jahr der Eheschließung (also Steimer-Nürk 1929). Dies identifiziert die Familie eindeutig und über die Personen-Beschreibung der Brautleute und der Festteilnehmer zusätzlich. Diese Art der Identifi­ka­tion über Ordnungs-Kennzeichen führt zu einer Vielzahl von „Familien“, so dass wir uns beschränken müssen.

 

Die folgende Reihenfolge ist eine Priorität und mögliche Unterscheidung in der Kategorie „Familie“ (DFM). Letztendlich kommt es auf die tatsächliche Verfügbarkeit von Fotos an.

 

1. Hochzeitsgesellschaft

 

2. Brautpaar/Verlobte

 

Oder Brautpaar mit Brautführern (bevorzugt)

 

3. Hochzeitszug

 

4. Familienbild (Eltern mit Kindern; bevorzugt)

 

Oder Goldene Hochzeit

 

Oder Taufgesellschaft

 

Oder private Konfirmationsfeier[3]

 

Oder runde Geburtstagsfeiern

 

Oder Familientreffs

 

usw.

 

Fotos nach Typ 4. werden immer unter dem Ordnungs-Kennzeichen der Eltern geführt (Beispiel: zwei unverheiratete Kinder allein auf einem Foto).

 

Es erfolgt eine Begrenzung auf i.d.R. 4 Fotos pro Familie. Die Datei enthält möglichst aus jeder Kategorie ein Foto.

 

Die Familienbilder enden mit Ordnungskennzeichen ("Familienadresse") in den 70er Jahren (Hochzeitsdatum bis einschließlich 1979).

 

Mit der Erfassung und Kategorisierung der Familienbilder wurde im November 2017 begonnen. Bis Mitte März 2018 haben wir rd. 860 Familienfotos adressiert. R.d. ein Drittel stammt aus aktuell zur Verfügung gestellten privaten Alben und aus sog. "Bühnenfunden".

 


[1] Gründe: man duzt sich im Jahrgang grundsätzlich und die Personendaten sind wegen des Datenschutzes nicht zugänglich.

[2] Gründe: Mehrere Klassen verteilt auf zwei Schulen (Uhland-/Albert-Schweitzer-Schule), weiterführende Schulen in Nellingen und Esslingen, Berufsausbildung und -ausübung erzwingt Ortswechsel, ab den 1970-er Jahren zwei Konfirmationen (Kloster- und Auferstehungskirche), rapide Zunahme der Zu- und Wegzüge, etc.

[3] Die Fotos der Konfirmanden finden sich unter „Jahrgangsbilder“ (DJG).